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Thursday, April 21, 2016

Sex & Love: Wunderwerk Penis

Die Themenreihe SEX & LOVE in 3sat fokussiert heute abend den Penis. Kein anderer menschlicher Körperteil führt solch ein Eigenleben wie "das beste Stück des Mannes". Warum so viel Aufhebens um ein kleines Organ aus Bindegewebe, Schwellkörpern und Haut?  


Wunderwerk Penis

Neues vom männlichen Zentralorgan

3sat
Do 21.04.2016
20:15 Uhr

Film von Nanje Teuscher und Claus Eckert




Der kleine Freund - das beste Stück
Der Penis ist der ganze Stolz aber auch die größte Sorge des Mannes. Medizin und Forschung bieten immer neue Lösungen: Schönheitsoperationen für Grüße und Umfang des Fortpflanzungsorgans, Transplantationen bei Verlust des Penis oder gar eine künstliche Nachbildung.

Formwandler
Das männliche Zentralorgan ist ein kleiner Teil des Körpers. Aber in seinem Inneren ist eine große Kraft und ein höchst kreatives Potential verborgen. Der Penis ist in der Tat ein Wunderwerk der Natur und eine Quelle maskuliner Libido. Wegen seiner Geschmeidigkeit und Anpassungsfähigkeit in Bezug auf Größe, Länge und Dicke kann man ihn auch als Formwandler bezeichnen. Der kleine Freund zwischen den Beinen ist der große Stolz eines jeden Mannes.

Studienobjekt
Eine breit angelegte Studie britischer Forscher lieferte im Frühjahr 2015 für den menschlichen Penis zumindest statistische Anhaltspunkte. Demnach ist der durchschnittliche Penis im Ruhezustand 9,16 Zentimeter lang, im erigierten Zustand 13,12 Zentimeter. Die deutschen Männer schneiden mit 8,6 cm im schlaffen Zustand unterdurchschnittlich ab, die Franzosen, mit 10,7 Zentimetern überdurchschnittlich.



Penisverlängerungen boomen
Das ist nicht wirklich neu, erklärt aber vielleicht, warum hierzulande die plastische Chirurgie für Männer boomt. Mit rund 2.800 Penisverlängerungen im Jahr ist Deutschland international Spitzenreiter. Als führend auf dem Gebiet gilt das Zentrum für Urologie und phalloplastische Chirurgie in Darmstadt. Allerdings übernehmen nur in medizinisch indizierten Fällen die Krankenkassen die Kosten für eine solche Operation: Wenn der Penis in erigiertem Zustand nicht die Länge von 7,5 Zentimetern erreicht und es sich um einen sogenannten Mikropenis handelt. 



Mit transplantiertem Penis Kind gezeugt
Mediziner weltweit arbeiten daran, auch den Verlust des Penis beheben zu können. Im Dezember 2014 gelang es einem Ärzteteam an der Stellenbosch Universität in Südafrika erstmals, einen fremden Penis erfolgreich zu transplantieren. Drei Jahre zuvor war dem 21-jährigen Patienten nach einer schlecht ausgeführten Beschneidung der Penis amputiert worden. Das transplantierte Organ funktioniert einwandfrei - wenige Monate später, Mitte 2015, wurde bekannt, dass der Patient ein Kind gezeugt hat. In den USA stellt die Johns Hopkins Universität ein ambitioniertes Programm auf die Beine: Mehr als 60 Penis-Transplantationen sollen demnächst erfolgen, zumeist an im Krieg versehrten Soldaten.

Penisse aus dem Labor
Ein Forscherteam vom Wake Forest Institute in North Carolina geht noch weiter: Nachdem es den Ärzten gelungen war, künstliche Vaginen zu züchten und erfolgreich zu implantieren, testen sie nun künstliche Penisse aus dem Labor. Für die Form wird allerdings auch hier ein Spenderpenis als "Kollagengerüst" benötigt. Darauf werden die körpereigenen Zellen des Empfängers angesiedelt. Die Zulassung für Tests an Patienten haben die Forscher beantragt. Noch ist das Zukunftsmusik - und doch für zahlreiche Männer eine große Hoffnung.


Redaktionshinweis: In 3sat steht der Donnerstagabend im Zeichen der Wissenschaft: Um jeweils 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante Fragen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Kultur und Technik. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen unter anderem über gesellschaftliche und ethisch-moralische Aspekte des Themas.


Wednesday, April 20, 2016

Fernsehtipp: SEX & LOVE in 3sat (20. April 2016)

Fernsehtipp: Heute in 3sat ein Themenabend zu SEX & LOVE. Der erste Beitrag MATRIX DER LUST geht der Frage nach, wie die weibliche Begierde funktioniert. Der zweite Beitrag HAPPY PORNO? streift in einer Zeitreise die Welt der Pornografie und ventiliert das Ende der Scham. Als dritter Beitrag zeigt der Kultursender den Film FREIER FALL (2013) mit Hanno Koffler und Max Riemelt, die in einer homoerotischen Beziehung von ihren Gefühlen hin und her geworfen werden. 




 Mi 20. April in 3sat:
 
20: 16 Uhr - Matrix der Lust
21:09 Uhr - Happy Porno?
22:25 Uhr - Freier Fall (2013)
23:56 Uhr - Warum nur einen lieben?

 
Eva mit dem Apfel. Seit jeher gilt die Frau als das lustlosere Geschlecht. Ein jahrhundertealter Mythos, der durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse ins Wanken gerät.

Matrix der Lust

Wie funktioniert die weibliche Begierde?

Moderation: Dörthe Eickelberg, Pierre Girard

Wie entsteht Lust? Was ist Verlangen? Warum erlahmt die Libido von Langzeitpaaren im Laufe der Jahre? Weltweit versuchen Wissenschaftler das Wesen der Begierde zu enträtseln.

Sie erforschen, ob sich hinter der vermeintlichen Lustlosigkeit der Frau wirklich ein pathologisches Problem verbirgt. Erstaunliche Erkenntnis: In monogamen Beziehungen sind Frauen deutlich schneller sexuell gelangweilt als Männer.

Der Evolutionspsychologe Dietrich Klusmann hat knapp 2.000 Studierende befragt und festgestellt: Je länger die Beziehung eines Paares dauert, desto unterschiedlicher werden die sexuellen Interessen von Mann und Frau. Am Anfang einer Beziehung wollen beide ähnlich oft Sex. Drei Jahre später sinkt dieser Anteil bei den Frauen auf ein Viertel der Befragten. Zugleich wächst der Wunsch nach einem Seitensprung. Doch das Diktat der sexuellen Exklusivität - der Lust auf nur einen Menschen, lebenslang - führt unweigerlich zu Frustrationen, zu Eifersucht, Liebeskummer und hohen Scheidungsraten.

Sind polyamore Beziehungen eine Alternative? Und wie hilfreich sind luststeigernde Medikamente für Frauen, an denen die Pharmaindustrie mit Hochdruck forscht? Ein weiteres Thema der Forschungen ist, wie sehr das Liebesleben von Affen dem der Menschen entspricht.

Die Dokumentation zeigt überraschende Experimente zur weiblichen Lust. Zu Wort kommen namhafte Experten, darunter die Anthropologin Helen Fisher, der Mediziner und Journalist Werner Bartens, der Sexualforscher Ulrich Clement sowie der New Yorker Bestsellerautor Daniel Bergner.


Ingrid Steeger, heute 68-jährig, spricht im SRF-Dok von Alain Godet
über ihre Zeit im Erotikbusiness der 70er-Jahre.

Happy Porno?

Das Ende der Scham

Film von Alain Godet

Der Wandel des Erotik- und Pornobusiness in den letzten Jahrzehnten ist gewaltig und hat einen großen Einfluss auf die moderne Gesellschaft. Wie hat sich die Wahrnehmung verändert?

Die Dokumentation nimmt mit auf eine Zeitreise durch die Welt der Pornografie. Unter anderem spricht Autor Alain Godet mit Schauspielerin Ingrid Steger über die Produktion von Sexfilmen in den 1970er Jahren und besucht einen Hardcore-Filmer von heute.

Waren es zu Ingrid Steegers Zeiten noch verschämt versteckte Kinobesuche, führen heute schon eine paar Fingerstriche auf dem Handy zu einschlägigen Hardcore-Videos. Dokfilmautor Alain Godet zeichnet die tiefgreifenden Veränderungen nach, spricht sowohl mit Urgesteinen des Erotikbusiness' wie auch mit jungen Amateurproduzenten, die im Netz eine weitgehend zensurfreie Plattform finden. War früher alles harmloser? Oder ist heute das Ende der Scham zu erleben?

In den 1970er-Jahren florierten die Sexkinos. Gezeigt wurden Softerotikstreifen in Cinemascope. Mit E. C. Dietrich saß in Zürich der bedeutendste Produzent Europas der sogenannten "Blankbusen"-Filme. Sein Star war Ingrid Steeger. Alain Godet spricht mit Ingrid Steeger über ihre Arbeit im Erotikbusiness der damaligen Zeit. Sie erzählt davon, wie schwer es ihr gefallen ist, Sexfilme zu drehen. Ihr Leben lang blieb sie fremdbestimmt, oder wie es ihr ex-Ehemann und "Klimbim"-Regisseur Michael Pfleghaar ausdrückte: "Dein Busen gehört mir!".

Nach Produktionen wie "Die Blonde mit dem süßen Po" kamen bald schon Pornofilme, die nichts mehr ausließen. In Zürich mussten diese Filme allerdings erst am damaligen Zürcher Staatsanwalt Marcel Bertschi vorbei.

Doch bald erhielt das Sexkino tödliche Konkurrenz: Die VHS kam auf den Markt, dann die DVD, und schließlich wurde das Internet erfunden: eine billige und nahezu zensurfreie Plattform für unzählige Amateurproduzenten, die ihre Hardcore-Videos ins Netz stellen.

Was bedeutet das für die heutige Gesellschaft? Ist es für Jugendliche ein "Muss", im verführerischen Pornolook à la Miley Cyrus herumzulaufen oder mit erotischen Selfies in den sozialen Medien präsent zu sein?



Homoerotische Gefühle bringen das Leben der beiden Männer durcheinander.

Freier Fall

Fernsehfilm, Deutschland 2013

Darsteller: Hanno Koffler (Marc Borgmann), Max Riemelt (Kay Engel),
Katharina Schüttler, Oliver Bröcker, Stephanie Schönfeld

Buch: Stephan Lacant, Karsten Dahlem
Regie: Stephan Lacant
Länge: 90 Minuten

Karriereaussichten bei der Polizei, Nachwuchs unterwegs, die Doppelhaushälfte von den Eltern vorfinanziert: Marcs Leben ist gut eingerichtet, bis er den Kollegen Kay kennenlernt.

Kay bringt Marc beim Lauftraining ein neues Gefühl von Leichtigkeit bei - und wie es ist, Gefühle für einen Mann zu entwickeln. Hin- und hergerissen zwischen der ihm vertrauten Welt und dem Rausch der neuen Erfahrung gerät ihm sein Leben zusehends außer Kontrolle.



 
Warum nur einen lieben?

Leben mit mehreren Partnern

Film von Jana Lindner

Winfried liebt Sylvia. Und Claudia. Claudia liebt Winfried und Thomas. Und Sylvia? Sie liebt Winfried, hat aber trotzdem auch andere Männer. Geht das? Ohne Schmerz? Ohne Leid?

Sie alle haben einen Traum - den Traum von der Vielliebe, der Polyamorie. Sie ist die Abkehr vom Ideal der einen, wahren Liebe, die die Erfüllung in einem einzigen Partner sucht. Stattdessen lässt sie mehrere Partner zu - mit Gefühl, Offenheit und im Vertrauen.

Silvia und Winfried leben in Dresden, sind beide um die 60 Jahre alt, seit 25 Jahren verheiratet und haben 2 erwachsene Kinder. Die Ehe der beiden war eingeschlafen, bis sich Winfried in eine andere Frau verliebte - und so seine Ehe rettete. Mittlerweile treffen sich beide abseits ihrer Ehe mit Partnern. Winfried hatte über mehrere Monate eine Beziehung zu einer Arbeitskollegin, seine Frau Silvia zu zwei jüngeren Männern. "Wichtig ist, dass man sich nichts verheimlicht. Offenheit, Transparenz ist ganz wichtig und gehört unbedingt zur Polyamorie dazu", sagt Silvia. Aber funktioniert das wirklich? Beate, die auch von einer polyamoren Beziehung träumt, hat da ihre Zweifel. Ein Film über Menschen, die ganz viel Liebe zu geben haben. Über neue Wege, alte Beziehungen zu retten - und auch über Enttäuschungen und gebrochene Herzen.